Das schönste Wort der deutschen Sprache heißt "Habseligkeiten"
 
Die Jury des Deutschen Sprachrates und des Goethe-Instituts wählten es am Sonntag in Köln zum Gewinner des internationalen Wettbewerbs.

24. Oktober 2004 · abi · Die deutsche Sprache hat nun also auch ihr "schönstes Wort": Habseligkeiten



Bei der Wahl war nicht entscheidend, wie häufig ein Wort genannt wurde, sondern wie die Einsender es begründeten.
Am besten gelang dies nach Ansicht der Jury Doris Kalka aus Tübingen. Sie plädierte für "Habseligkeiten", weil es den
Gegensatz des menschlichen Strebens nach Besitz mit dem "unerreichbaren Ziel" der Seligkeit vereine.
"Das Wort bezeichnet nicht den Besitz, nicht das Vermögen eines Menschen, wohl aber seine Besitztümer,
und es tut dies mit einem freundlich-mitleidigen Unterton, der uns den Eigentümer dieser Dinge sympathisch
und liebenswert erscheinen lässt", schreibt Kalka, Sekretärin an der Universität Tübingen.
Der Lohn für ihre "poetisch-philosophische" Begründung: eine Reise nach Mauritius.

"Wir hatten den Wunsch, die Freude an der deutschen Sprache wiederzubeleben", sagte Jutta Limbach, Präsidentin
des Goethe-Instituts und Vorsitzende des Deutschen Sprachrats. Insgesamt beteiligten sich 22 838 Menschen
aus 111 Ländern. Dabei kamen ein Viertel der Vorschläge kam aus dem Ausland. "Liebe" war weltweit Spitzenreiter unter den eingesandten Wörtern.

Der zweitplatzierte Vorschlag kam aus dem Ausland. "In meiner Sprache kann man die Gefühle der Geborgenheit nicht in Worte fassen.
Das macht aus diesem Wort mein Lieblingswort der deutschen Sprache", sagte Einsenderin Annamaria Musakova aus der Slowakei.
Gloria Bosch aus Palma de Mallorca überzeugte mit ihrer Begründung für das Verb "lieben", "das nur ein - i - vom Leben entfernt ist".

Platz vier belegte der "Augenblick" mit der Begründung von Sabine Brenner aus der Schweiz:
Das Wort sei "um eine subversive Idee zu lang für das, was es besagt" und klinge "so viel sinnlicher als ein ,Moment'".
"Coolstes deutsches Wort" wurde "Rhabarbermarmelade", eingereicht von Frank Niedermeyer.
Er meinte: "Und welches Wohlgefühl umfällt mich, wenn ich sonntagmorgens zu meinem Schatz sagen kann:
Barbara, reich mir doch bitte die Rhabarbermarmelade."

Im Wettbewerb um "Das schönste Wort der Kinder" siegte die "Libelle".

Unwort des Jahres ::: Wort des Jahres

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